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Ja, es gibt sie, diese seltene aber doch immer wieder mal
auftauchende Rasse Hund, die ähnlich einem „Montagsauto“ seinen Besitzer mit dem
gehäuften Auftreten kleinerer oder größer Malessen überrascht.
Zur Erinnerung und für diejenigen, die noch nie ein solches
hatten: Unter einem "Montagsauto" wird üblicherweise ein Kraftfahrzeug
verstanden, welches deutlich mehr Mängel aufweist als Fahrzeuge gleicher Bauart.
Und laut Duden erklärt sich das wie folgt: Mon|tags|au|to, das [in Anspielung
darauf, dass am Montag weniger konzentriert u. daher fehlerhaft gearbeitet wird]
(oft scherzhaft): Auto, das von Anfang an relativ viele Mängel aufweist.
Nun gut, Hunde werden ja bekannter Weise nicht „gebaut“ und
schon gar nicht an einem einzigen Tag, dennoch weisen einige Exemplare relativ
viele Wehwehchen in recht kurzen Intervallen auf. „Montagshunde“ schauen
meistens auf den ersten Blick ganz normal aus. Und wenn sie dann mal einen
kleinen Infekt im Welpenalter mitnehmen, ist das auch nicht tragisch. Sie sind
ja noch so klein und Infekte machen bekanntlich vor dem bisschen „Welpenschutz“
nicht halt. Auch wenn ein Beinchen dann mal lahmt, dann hat’s sich halt
versprungen. Es ist ja noch so jung, das Hundchen, da passiert das dann schon
mal. Irgendwann ist dann die Sturm- und Drangzeit üblicherweise vorbei, bei dem
Einen früher, beim Anderen etwas später, das Immunsystem hat sich eingependelt,
Knochen und Gelenke sind gefestigt. Und überhaupt, Gewährleistung gibt’s für
solche Kleinigkeiten eh nicht! Der „Montagshund“ nun aber beginnt etwa zu diesem
Zeitpunkt seine rassespezifischen Eigenschaften zu entwickeln. Der
Magen-Darm-Trakt windet sich öfter mal in die aus Besitzersicht falsche
Richtung, von vier Beinen neigt immer mal eines zu unklarem Fehlverhalten und
der natürliche Sexualzyklus endet mit völlig unnatürlichen Nachkommen in Form
von rosa, lila, blauen Quitschies im Hundebett. Insbesondere bei den Problemen
in der Motorik tun sich auch die „Werkstätten“ häufig schwer, den „Fehler“ zu
finden, weil (nicht nur) „Montagshunde“ nun mal alles dafür tun, nicht
unangenehm aufzufallen und ihr Leid auch gerne mal verdrängen.
Manche Spezies sind auch durchaus in der Lage, nahezu
nahtlos von unförmigen Darmentleerungen in einen dreibeinigen Zustand
überzugehen - wobei die günstigste Diagnose „nur“ ein versprungenes Knie wäre –
und die zwischendurch auch noch mit einem kleinen Darmentleerungsrückfallproblem
glänzen! Und das alles ohne dafür viel geübt zu haben…
Aber „Montagshunde“ haben noch ein paar mehr und auch
wirklich wunderbare Seiten. Jeder, der mal einen solchen besessen hat, weiß, wie
schmusig und schutzbedürftig die Rasse ist, wenn’s gerade mal wieder zwickt und
pickst. Die Augen schauen Dich dann fragend an, warum sie denn nun nur an der
blöden Leine laufen dürfen (soooo langweilig). Oder warum es immer nur Reis
(bäh!) und Hühnchen (hmmmm), aber keine ach so geliebten Leckerlis gibt. Und
wenn dann gerade mal alles gut ist, geben sie wirklich ihr Allerbestes, um dem
geplagten Besitzer zu zeigen, was sie doch für tolle Kerlchen sind.
Ja, Leute, so sind „Montagshunde“. Ihr könnt mir glauben,
ich weiß, wovon ich rede. Sie sind zauberhaft in jeder Weise und „zaubern“ auch
immer mal wieder aus dem Nix irgendeine Überraschung hervor. Sie sind
liebenswerte Geschöpfe, die in ihrem Unglück noch liebesbedürftiger sind. Sie
sind toll, weil sie ihr Schicksal so tapfer ertragen und sie spenden Dir mit all
ihrer Liebe auch ganz viel Trost, wenn Du zum x-ten Mal den Tierarzt gewechselt
und dein Konto überzogen hast. Ich jedenfalls würde einen „Montagshund“, so ich
denn einen hätte, nie wieder hergeben.
PS:
Sheela ist am 14.02.2005 geboren – ihr ahnt es schon: ein Montag!
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