| |
Es war der 01. April
2005. Ich hatte nur mit Mühe das kleine Dörfchen irgendwo tief im
Westerwald gefunden. Es war ein unvergesslicher Augenblick, als ich den
Hof betrat und eine kleine Scharr 7 ½ Wochen alter Welpen um mich rum
wuselten. Aber nur einer kam direkt auf mich zu, vergnügte sich umgehend
an meinen Schuh- und Sweatshirt – Bändeln, hüpfte an mir hoch und eine
Stimme sagte: „Genau das ist sie!“ und meinte den letzten noch nicht
vergebenen Welpen dieses Wurfs! Ich hatte eh schon Tränen der Rührung in
Anbetracht dieses süßen Haufens in den Augen und keine Frage, ich würde
nicht mehr ohne „meinen“ Welpen nach Hause fahren. So trat Sheela in
mein Leben!
Sheela war von
Anfang an ein völlig unproblematischer Hund. Wir haben das ganz normale
Welpen- bzw. Sozialisierungs – „Programm“ mit Spaß an selbigem und
Freude auf Neues gemacht. Sheela zeigte einen sehr starken Folgetrieb
und somit waren Heranrufen, auf mich achten, mir folgen usw. kein
Problem. Die „Grundausbildung“ erledigte Sheela im Schnelldurchgang,
stets geneigt, zu gefallen und manchmal ein bisschen devot. Aber
schließlich hatte sie sich ja auch mich ausgesucht und das zeigte sie
mir durch permanentes, schattenhaftes Dasein. Dennoch war Alleinbleiben
nie ein Problem…
Sheela hat eine
Aufgabe – die besteht darin, mich einfach zu begleiten. Sie steht immer
parat, wenn sie ahnt, jetzt geht’s los. Witzig, sie hat aber auch
gelernt, dass vor meinem ersten Kaffee nix geht. Da bleibt sie, mich mit
nur einem Auge beobachtend, liegen! Sheela geht überall hin mit, ins
Büro, ins Lokal, ins Kaufhaus, in die Bahn… Ich entsinne mich an die
verdutzten Blicke eines Autoverkäufers, als ich mein nigelnagelneues
Auto von seinem 200 km entferntem Standort abholte. Ich war mit
Klein-Sheela zu Trainingszwecken mit der Bahn dorthin gefahren und das
erste, was ich vom Verkäufer wollte, war, dass er mir das Heck so
herrichtet, dass der Hund drin Platz findet. Mittlerweile kann ich,
meinen Hund „umgeschnallt“ mit zwei großen Gepäckstücken am Hauptbahnhof
Berlin von einem ICE in einen Regionalzug problemlos umsteigen…
Zwar hat Sheela nie
Beschäftigung eingefordert, dennoch, und vielleicht ist auch das genau
der Grund, habe ich versucht, viele interessante und „kopflastige“ Dinge
mit ihr zu unternehmen. Als Sheela, die freiwillig überall drauf und
drüber hüpft(e) und dabei pfeilschnell war (ist), knapp zweijährig war,
entdeckten wir das Agility für uns. Agility ist ein ganz wunderbarer
Sport auf sechs „Pfoten“, der, richtig ausgeübt, vor allen Dingen das
Hund-Mensch-Team (aus-)bildet, formt, stärkt, verschweißt. Sheela und
ich haben gelernt, sehr genau aufeinander und auf die kleinsten Zeichen
zu achten. Obwohl unsere Grundausbildung leider nicht sehr fachgerecht
war, haben wir uns mittels unglaublich lehrreicher Seminare binnen einer
Saison von A0 in die A2 vorgearbeitet. Da innerhalb des Verbandes, für
den wir gelaufen sind, nicht so viele Turniermöglichkeiten bestehen,
haben wir 2008 den Verband gewechselt und quasi von vorne angefangen.
Aber, wie so oft, so auch hier, ist der Weg das Ziel. Und wir haben Spaß
daran.
Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, in
denen wir Trainingspause im Agility hatten, haben wir uns im Apportieren
geübt. Sheela hat schon immer gerne ihr Bällchen „apportiert“,
allerdings hat sie es mir immer vor die Füße geworfen. Nachdem Sheela
gelernt hatte, mir das Bällchen in die Hand zu geben, konnte ich uns mit
gutem Gewissen für einen
Dummykurs
anmelden. Wir haben insgesamt drei gemacht, Sheela paart die
Apportierfreude mit der Intelligenz des Border Collies und beherrscht
alle Übungen, die auch in Workingtests abverlangt werden. Und Sheela
steht „klassischen“ Apportierhunden wie den Gold- oder Labbies in Nichts
nach, außer … sie nimmt um keine Belohnung dieser Welt, geschossenes
Wild auf und sie ist leider nicht schussfest.
Ohne es
seinerzeit zu wissen, dass für’s Dummytraining der Gebrauch einer Pfeife
unumgänglich ist, habe ich Sheela von Anfang an „dreisprachig“ erzogen.
Die wichtigsten Kommandos, Hier, Steh, Sitz, Platz, kennt Sheela als
Wort-, Sicht- und Pfeifzeichen. Insbesondere das Arbeiten mit der Pfeife
ermöglicht ein Arbeiten mit dem Hund über große Distanzen und, als
imposanter Nebeneffekt, beeindruckt es eventuelle Zuschauer immens, wenn
der Hund aus vollem Galopp mit einem Pfiff steht wie eine Eins.
Nun sind
das alles sehr bewegungsintensive Beschäftigungen und auch wenn das Jahr
2008 sportlich sehr erfolgreich für uns war, gab es leider auch ein paar
Schattenseiten, die sich in mehr oder weniger kleinen und großen Maläsen
äußerten. Ich habe diese Serie von Unpässlichkeiten zum Anlass genommen,
eine kurze, leicht ironische Rassebeschreibung der gar nicht so seltenen
„Montagshunde“ zu verfassen, die an anderer Stelle nachzulesen
ist. Leider verstärkten sich gegen Ende des Jahres die, auch immer
wechselseitig auftretenden Lahmheiten, die erschreckende (GsD
überwiegend falsche) Diagnosen nach
sich zogen. So habe ich angefangen, mich mit dem kreativen Clickern zu
beschäftigen, um für den Fall langer Bewegungsruhe nach einer eventuell
notwendigen Operation eine sinnvolle Beschäftigungsalternative für meine
Maus zu haben. Auch wenn chirurgische Maßnahmen zurzeit nicht
erforderlich sind, haben wir viel Spaß am Clickern gewonnen und nutzen
dieses auch schon mal ersatzweise, wenn’s Wetter so schlecht ist, dass
man keinen Hund vor die Tür jagen würde. ..
Ansonsten liebt Sheela lange Spaziergänge, Mäuschen suchen und dabei ein
Loch einmal durch die Welt zu graben, Fährtensuche, insbesondere wenn am
Ende dieser ihr geliebtes Bällchen wartet, Pferde, Vögel jagen (ja, das
geht sogar kontrolliert!), meine Tochter Laura, sowie fressen, schmusen,
Beine von der Couch baumeln lassen. Und natürlich hat auch Sheela die
eine oder andere Macke. So kann sie kann
im Umgang mit Artgenossen, insbesondere den kleinen "Schnöseln" und
aufdringlichen Rüden, sehr zickig und divenhaft sein. Kleinen Kindern
geht sie aus dem Weg, so sie denn kann, und leider verteidigt sie sehr
lautstark unser „Reich“. Hier habe ich ganz offensichtlich etwas
versäumt …
Sheelas "Erfolge"
| |
|
| September 07 |
Erfolgreiches Bestehen
der Begleithundeprüfung (IRJGV) |
| September 07 |
1.
Freundschaftsturnier; A1 / V0; Jumping / 0 |
| Mai 05 |
Leistungsabzeichen in
Bronze mit 95 von 100 Punkten bestanden |
| Juni 08 |
2.
Freundschaftsturnier; A1 / V0; Jumping / 0 Fehler |
| September 08 |
3.
Freundschaftsturnier; A1 / V0 – Aufstieg in die A2; Jumping: DIS |
| September 08 |
4.
Freundschaftsturnier; A2 / DIS; Jumping / 0 Fehler |
| |
|
| Anfang 2009 habe ich
Sheela aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Sport
genommen. Seither sind wir verstärkt "clickernd" unterwegs... |
| |
|
| April 10 |
Teilnahme an der Clicker -
Challenge Iserlohn (Level 2) |
| Juni 10 |
Teilnahme an der Clicker -
Challenge Heddesheim (Level 2) |
| April 11 |
Teilnahme an der Clicker -
Challenge Iserlohn (Level 2) |
| Mai 11 |
Teilnahme am Clicker-Marathon in
Feilbingert (gewonnen!) |
| Mai 11 |
Teilnahme an der Clicker -
Challenge Aarwangen (Level 3) - alle Aufgaben komplett gelöst! |
|
|