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Agility – nicht nur Spaß für Border Collies:
Dieses Kapitel ist
keine Anleitung für „Agility“! Im Gegenteil, ich möchte vielmehr die kleinen
Dinge am Rande erläutern, die im Parcours, aber eben auch im alltäglichen Umgang
mit dem Hund von Bedeutung sind und über die sich man/frau als Hobby –
Agilityläufer nicht immer so viele Gedanken macht. Und auch an dieser Stelle sei
noch einmal gesagt, dass ich hier meine persönlichen Erfahrungen beschreibe und
keinerlei Anspruch auf Vollständig- oder Richtigkeit erhebe.
Hierzu gehören:
ð Für
die ganz Eiligen, die gezielt ein Thema suchen, bitte direkt dem jeweiligen
Link folgen!
Agility ist weit mehr als nur ein Sport und für so manches
Mensch-Hund-Team, das keine Treppchenambitionen hat, trotzdem eine Bereicherung.
Vernünftig angeleitet und ordentlich erklärt macht Agility vor allen Dingen mal
viel Spaß. Vorausgesetzt ist natürlich, dass der Hund gesund ist, eine
angemessene Grundkondition aufweist und Spaß an der Bewegung hat. Herrchen bzw.
Frauchen sollten auch einigermaßen gut zu Fuß sein. Da der Hund ohne seinen
Menschen im Parcours nicht weiß, was zu tun ist, und der Mensch ohne seinen gern
mitarbeitenden Hund auch nicht ans Ziel kommt (in zweierlei Hinsicht!), zählt in
erster Linie die vertrauensvolle und freudige Zusammenarbeit beider. Beim
regelmäßigen und sorgfältig aufgebauten Agilitytraining verfeinert sich die
Aufmerksamkeit aufeinander und die Kommunikation miteinander, der grundsätzliche
Gehorsam des Hundes festigt sich und damit verbessert sich in der Regel auch die
Bindung des Teams aneinander. Ich habe bei meiner Arbeit als Übungsleiterin
Agility in der Hundeschule auch immer wieder gesehen, wie viel und was die
Hundeführer „mit nach Hause“, also in den Alltag mit Hund, mitnehmen.
So gibt es auch eine Reihe von kleinen Übungen, die man
abseits vom Hundeplatz und bei jedem Spaziergang trainieren kann. Das macht
nicht nur die Spaziergänge für den Hund entsprechend abwechslungsreich, sondern
kann auch im Alltag sehr nützlich sein. So ist es im Parcours häufig notwendig,
den Hund auf der rechten Seite zu führen. Die Übung „rechts bei Fuß“ ist also
zum Beispiel hilfreich, um dem Hund grundsätzlich daran zu gewöhnen, beidseitig
geführt zu werden und ist darüber hinaus, im Hinblick auf Fahrradfahren mit Hund
im Straßenverkehr, auch noch ausgesprochen sinnvoll.
Es gibt
noch eine ganze Reihe derartiger Übungen, wie zum Beispiel „außen um etwas rum
gehen“, „hinter dem Menschen die Seite wechseln“, „voran laufen“, „rechts“,
„links“ etc., deren Aufbau ich an anderer Stelle (Tipps
& Tricks für jeden Tag) erläutere.
Nun
aber der Reihe nach: Das Thema „Führtechnik“ im
Agility bewegt ja immer mal wieder die Gemüter. Je weiter man/frau in der
Ausbildung ist und je mehr man/frau rumkommt, umso mehr Meinungen bis hin zu
Dogmen bekommt man/frau um die Ohren geworfen… Anfangs fand ich die
verschiedenen Techniken, die ich im Laufe der verschiedenen Seminare gelehrt
(nicht zwangsläufig auch erlernt habe!) bekam, ausgesprochen verwirrend. Einige
Läufer (Trainer, Ausbilder) führen ihre Hunde mit dem sprichwörtlichen
Fingerzeig, andere schwören wiederum auf die verstärkte Verwendung des Führarms,
andere eher auf den Gegenarm, wieder andere führen fast ganz ohne
Arm/Hand/Finger und setzen auf den Oberkörper, dann gibt es die, die meinen, der
Hund orientiert sich eh nur an den Füßen des Hundeführers und letztendlich haben
wir noch die, die laut Kommandos schreiend hinter ihrem Hund her rennen. Jetzt
ist wahrscheinlich auch der geneigte Leser verwirrt und erhofft sich in den
folgenden Zeilen eine Antwort auf die Frage, was denn nun die beste Führtechnik
ist …
Ich
muss Sie enttäuschen, ich weiß es nicht, ob eine dieser Methoden besser als eine
andere ist. Jedes Team muss letztendlich seinen Weg der Zusammenarbeit finden
und jeder Hundeführer sollte aus den unterschiedlichen Seminaren mitnehmen, was
auf sein Team am besten passt. Ich habe allerdings sowohl mit meinen Hunden, als
auch mit den Teams in unserer Hundeschule, die ich ausbilden darf, ein paar ganz
grundsätzliche Erfahrungen gemacht, woran und wie sich Hunde im Parcours
orientieren.
Vorab
sei angemerkt, dass der Hund die Körpersprache von Menschen quasi per se
versteht. Dazu gehören insbesondere die Stellung der Schultern, die
Oberkörperhaltung und unsere Blickrichtung. Jeder hat bestimmt schon mal
beobachtet, dass unser Hund (mehr oder minder) weicht, wenn wir uns (bedrohlich)
über ihn beugen oder uns hinterher rennt, wenn wir ihm wegrennen (der Hund
bemüht sich, mindestens Schulterschluss zu bekommen – beobachten Sie mal
spielende Hunde untereinander, die machen das auch!). Die Körpersprache ist
quasi ein Kommando 1.Ordnung (Quelle: Viviane Theby/Michaela Hares, „Agility“,
erschienen im Kosmos – Verlag).
Kommandos 2. Ordnung sind dann Arm- oder Handzeichen. Hunde untereinander zeigen
sich zum Beispiel einen Weg nicht mit der Pfote. Also muss der Hund Arm- oder
Handkommandos erst lernen. Dies fällt ihm aber noch relativ leicht, wenn man
bedenkt, dass der Arm - und hiervon die Hand - eine „Verlängerung“ der Schulter
sind.
Klassische Hörzeichen aber sind nur noch Kommandos 3. Ordnung, deren Bedeutung
der Hund von Grund auf erlernen muss (Ausnahme: Knurren, spielt aber beim
Agility eher keine Rolle).
Daraus
ergibt sich auch schon das Problem: die meisten Fehler und Probleme beim Agility
ergeben sich aus der Tatsache, dass der Hundeführer, in der Regel unbewusst,
völlig widersprüchliche „Kommandos“ gibt, also zum Beispiel „Tunnel“ sagt, mit
einem vom Hund weg gedrehten Oberkörper (Schultern), diesen aber am
Tunneleingang vorbeizieht. Dies ist noch ein einfaches Beispiel, ich denke, es
ist gut vorstellbar, wie widersprüchlich diese drei Arten von Kommandos
teilweise eingesetzt werden, dies um so mehr, je unerfahrener der Hundeführer
ist und sicherlich spielen hier auch stressbedingte Situationen eine große
Rolle.
Dazu
kommt, dass jedes Team seinen ganz eigenen und optimalen Arbeitsabstand (hier:
der Abstand zwischen Hundeführer und Hund) hat. Hier spielen sowohl
rassetypische Eigenschaften (Border arbeiten zum Beispiel – angelehnt ans Hüten
- eher auf große Distanzen), die Bindung des Teams aneinander und die
Kommunikation miteinander, aber auch die jedem Hund und Mensch eigene
Individualdistanz (angelehnt an Hinky Nickels) eine Rolle. Jeder kennt das
Gefühl, wenn ihm einer „zu Nahe“ kommt, also den Punkt, ab dem man/frau einen
anderen nicht näher an sich ran lassen möchte. Dieser Punkt variiert in
Abhängigkeit von inneren und äußeren Gegebenheiten (z.B. Stress oder innere
Ausgeglichenheit). So kann es durchaus passieren, dass der Hundeführer, unter
Missachtung der Individualdistanz, seinen Hund in einer engen, wenn auch
eindeutigen Situation, z.B. Tunneleingang, an diesem vorbei drückt.
Das
alles zeigt, dass unsere Körpersprache einen großen Einfluss auf unsere
Kommunikation mit dem Hund hat, im Alltag wie beim Agility. Vielfach ist uns
Menschen dies gar nicht so bewusst. Eh schon ängstliche Hunde kommen nun mal
nicht freudig auf unser „hier“ zu uns gerannt, wenn wir mit dem Körper eine für
den Hund bedrohliche Haltung eingenommen haben. Umgekehrt ist es (in der Regel)
relativ einfach, die Aufmerksamkeit unseres Hundes durch Wegdrehen, -rennen oder
auch nur wegschauen zu erhalten. Auch im Parcours behaupte ich, ist es für den
Hund am einfachsten, unserer Körpersprache zu folgen. Diese „Oberköperführung“
steht auch nicht zwangsläufig ein Widerspruch zu den weiter vorne aufgezählten
Führtechniken, eher ist sie sogar der gemeinsame Nenner. Arme und Hände
„verlängern“ ja, wie bereits gesagt, die Schultern und verstärken damit unter
Umständen deren Haltung. Kritisch und fehlerträchtig sind dann aber Situationen,
in dem der Oberkörper durch zum Beispiel Verdrehen etwas anderes ausdrückt, als
der gerade vermeintlich zum Einsatz kommende Arm. Im Zweifelsfall orientieren
sich die meisten Hunde dann an der Körperhaltung (außer diejenigen, die
Fingerzeig quasi auswendig gelernt haben, also darauf konditioniert sind). Auch
folgt unser Oberkörper in der Regel den Füßen und diejenigen, die überwiegend
hinter dem Hund führen und vermehrt mit Stimmkommandos arbeiten, werden von
ihren Hunden immer noch ein bisschen (!) aus dem Augenwinkel gesehen.
Apropos
„Augenwinkel“ – ich hörte davon, dass man ausgewählten Hunden anlässlich der
Agility – WM 2009 eine Kamera auf den Kopf geschnallt hat, um dem Zuschauer zu
veranschaulichen, was Hunde eigentlich beim Ablaufen des Parcours noch von ihrer
Umwelt und vor allen Dingen ihrem Menschen wahrnehmen… ich habe das
entsprechende Video nicht im Internet gefunden (aber auch nicht exzessiv danach
gesucht!), aber angeblich nur die Füße bis maximal die Knie. Sehr fraglich, ob
eine (!) auf dem Kopf (!) verschnallte Kamera das komplette Blickfeld des
Hundes, dessen Augen ja seitlich angeordnet sind und von dem wir wissen, dass es
ca. 250° beträgt, abbilden kann.
Einig
sind sich aber die meisten Läufer, Trainer, Ausbilder darin, dass
„kontrolliertes“ Führen im Parcours von Vorteil ist, und meinen damit i.d.R.,
den Hund nicht aus den Augen zu lassen und mit jeweils geeigneten Körpersignalen
und Kommandos stets unter Kontrolle zu behalten. Für mich und aus meiner
Erfahrung kann ich sagen, dass einige der vor erwähnten Führtechniken hierfür
besser geeignet und für Hunde leichter verständlich sind als andere und dass
auch die Kombination verschiedener Techniken zum Ziel führt. Aber das muss
letztendlich jedes Team für sich selbst herausfinden.
Ein
weiterer Punkt, der meines Erachtens in der Agilityausbildung nicht zu
unterschätzen ist, ist die Konditionierung auf
ganz eigene „Kommandos“ im Parcours. Grundsätzlich bleibt die „Unterordnung“
außerhalb des Parcours bzw. vor der Startlinie. Der Hund soll weder im „Fuß“
über die Hindernisse gehen, noch bei „hier“ herankommen und vorsitzen! Der Hund
soll zwar an einer meiner beiden Seiten laufen und die dort befindlichen
Hindernisse abarbeiten, aber nicht bei „Fuß“ (auf Kniehöhe, mit allen vier
Pfoten „auf dem Boden“ = nicht hoch hüpfend, uns dabei freudig anguckend),
sondern möglichst selbstständig und auf Distanz arbeitend. Der Hund soll sich
auch beim Anblick von Verleitungen wieder in meine Richtung konzentrieren und
führen lassen, aber nicht, wie beim „hier“ vor mir vorsitzen (noch mal, der Hund
lernt „bildlich“, „hier“ ist die Position Vorsitzen, egal von wo aus abgerufen
wird!). Ich kann also meinen Hund mit Fuß und Sitz in die Startposition bringen,
aber dann gelten andere Regeln (= Kommandos; Ausnahme, Hund düst völlig
desinteressiert sonst wohin ab, dann ist natürlich ein deutliches „hier“
angebracht und sollte auch durchgesetzt werden).
Wo und
auf welcher Seite vom Hundeführer der Hund läuft, lernt er durch Körpersprache
des Hundeführers und Führtechnik (dafür brauchst dann kein Kommando). Für den
Abruf im Parcours und Konzentration auf den Hundeführer bedarf es dann eines
ganz eigenen Kommandos… kleine Anmerkung: viele Läufer verwenden dafür „zu mir“,
was phonetisch dem „hier“ sehr ähnlich ist… stört aber irgendwie keinen
Richter…!!!
Darüber
hinaus benenne ich von Anfang (nahezu) jedes Hindernis mit einem ganz eigenen
Namen, was später, wenn der Hund im Laufe der Zeit hierauf konditioniert ist,
bei eventuellen Verleitungen hilfreich sein kann (oder auch nicht
J).
So heißt der Tunnel bei mir auch „Tunnel“ und nicht „durch“, weil ich Letztes
mitunter auch im Alltag verwende (durch einen Graben, einen Fluss, eine Röhre
etc. laufen). Die Benennung von Hindernissen ist für den Hund eine Hilfestellung
und in diesem Sinne kein Kommando. Schöne Läufe sind meist diejenigen, wo Hunde
und Hundeführer freudig, in Harmonie und feiner Abstimmung aufeinander den
Parcours gemeinsam abarbeiten. Strenger Befehlston gegenüber dem Hund macht
weder ihm noch den Zuschauern Spaß und hat auf dem Agilityplatz nichts zu
suchen.
Kleine
ironische Anmerkung am Rande: viele Hunde müssen auch glauben, dass der Slalom
eigentlich „langsam“ heißt….
Leider
bilden die Kontaktzonen mitunter eine Ausnahme. Laut Reglement müssen die Hunde
die Auf- und Abgangszonen (erste bzw. letztes Drittel) der
Kontaktzonenhindernisse A-Wand, Steg und Wippe mit mindestens einer Pfote
berühren. Dies ist auch keine Schikane, um es den Hunden möglichst schwer zu
machen, sondern dient ausschließlich ihrer Gesundheit. Keinem Hund tut es gut,
wenn er von oben ab- oder mit hohem Tempo gegen die Wand springt. Idealerweise
soll der Hund über die Zonen laufen, was aber leider die wenigsten von sich aus
tun, kaum dass sie auf diesen Hindernissen Sicherheit gewonnen haben. Hunde, die
nun die Zonen von Anfang an nicht korrekt laufen oder die Rot-Grün-Position
(Hinterpfoten auf der Zone, Vorderpfoten auf dem Boden) an der Abgangszone als
„Bild“ gespeichert und gelernt haben, müssen hier ggf. mit einem Kommando zum
„Stehen“ gebracht werden.
Dies
kann zum Beispiel ein „Steh!“ sein, wenn dieses Kommando im Alltag sonst keine
Verwendung hat. Bei meiner Hündin Sheela ist es „Wait“ (englisch- warte!), weil sowohl „steh“
(aus auch vollem Lauf stehen bleiben, mit allen vier Pfoten auf dem Boden),
„bleib“ (liegen, sitzen stehen bleiben, eigentlich unnötig, hat sich aber zur
Verdeutlichung bewährt. Der Hund sollte ja eh kein Kommando von sich aus
auflösen.) und „warte“ (sage ich immer, wenn ich die Hunde alleine zu hause
lasse. Ist zwar kein Kommando, aber eben anderweitig belegt.). Das Kommando „wait!“
meint also eineindeutig die Rot-Grün-Position an der Zone und genau darauf muss
der dann auch Hund konditioniert sein.
Und
dann hier noch ein Beispiel für eine „falsche“ Verknüpfung: Sandokhan „hängt“ im
Parcours sehr an seinem Frauchen und möchte oft lieber mit ihr spielen, als sich
von ihr zu lösen und zum Beispiel selbstständig einen voraus stehenden Sprung zu
nehmen. Sandokhans Frauchen hat das „Voran“ mit Hilfe eines Leckerchens, welches
sie nach vorne wirft und dabei den Hund schon beim Werfen voranschickt,
aufgebaut. Im Parcours fliegt nun aber kein Leckerchen voran, folgerichtig
vermutet Sandokhan dieses in der Hand von Frauchen und springt in ganz froher
Erwartung an ihr hoch, anstelle nach vorne weg zu springen. Hier hilft nur, das
„Voran“ komplett neu aufzubauen (siehe „Tipps und Tricks für jeden Tag“).
Ein
weiterer Punkt, der mir sehr, sehr wichtig ist, ist das korrekte
Belohnen des Hundes und der Erhalt seiner Motivation.
Zugegebener Maßen gibt es einige Hunde (allerdings eine Minderheit!), für die
ist die Arbeit im Parcours überwiegend ein selbstbelohnendes Verhalten, aber
auch diese Hunde haben mal einen Hänger oder eine Schwäche, an der dann etwas
mehr trainiert werden muss. Ich finde es immer sehr traurig, wenn der Hund
wirklich sein Bestes gibt, und dafür nicht mal einen warmen Händedruck (nicht
jeder Hund empfindet übrigens Knuddler als belohnend!) geschweige denn ein
Leckerchen bekommt oder, schlimmer noch, nach einer Disqualifikation oder einem
„schlechten“ Lauf wortlos auf dem Platz zurück gelassen wird (gibt’s wirklich!).
Das hat unser Teampartner wirklich nicht verdient, zumal in der Regel der
Hundeführer den Fehler macht (siehe weiter vorne)! Diese Tatsache sollten wir
uns stets vor Augen halten.
Stellen
Sie sich vor, Ihr Chef verlangt von Ihnen immer noch ein bisschen mehr. Sie
arbeiten ja eh schon nicht für umsonst, oder? Und für die Mehrleistung möchten
Sie ja auch mehr als den eben schon erwähnten warmen Händedruck.
Unsere
Hunde haben meiner Meinung nach ein Recht auf Belohnung und um die Verknüpfung
mit dem richtig Gemachten herzustellen, muss diese auch sehr zeitnah erfolgen.
Für
Hunde bedeutet Belohnung Triebbefriedigung. Hierfür können wir uns den
natürlichen Beutetrieb (Spielzeug jagen, fangen und zergeln) oder den
Erhaltungstrieb (Futter) oder natürlich eine Kombination aus beiden zu Nutzen
machen. Mit Futter arbeite ich den Hund eher an mich heran oder bestätige
ruhiges Ausharren an den Kontaktzonen, mit Spielzeug fördere ich Geschwindigkeit
und Distanz und lasse den Hund nach erfolgreicher Übung oder absolviertem
Parcours seine „Beute“ erlegen. Je nach Hundetyp muss der jeweilige Trieb mehr
oder weniger aufgebaut werden. Klar dürfte eh sein, dass der Hund vor dem
Agilitytraining nicht gefüttert werden sollte (Magendrehung!). Je hungriger der
Hund, umso größer der Trieb aufs Futter. Spielzeug muss ich für den Hund
interessant und schwer erreichbar machen. Im Agility verwende ich auch nur
Spielis, die ich den Hunden niemals zur freien Verfügung überlasse. Und ich
entscheide auch, wann wieder Schluss mit jagen, zergeln, schütteln ist. Und
dieser Zeitpunkt muss immer vor dem Punkt liegen, an dem der Hund das Interesse
am Spielzeug verlieren könnte. Durch Zeigen vom Leckerchen (z.B. am Ende der
Kontaktzone) oder Jackpott, vom Spielzeug und eventuell vor gelagertem kurzen
Spiel, kann der Trieb gefördert und der Hund auch entsprechend motiviert
werden. Triebmittel, egal ob Futter oder Spielzeug, sollten übrigens während
der Übung oder des Laufes im Säckel und nicht in der Hand sein. Welche
Veranlassung sollte der Hund haben, sich von seinem Menschen zu lösen und durch
einen Tunnel, Slalom etc. laufen, wedelt ihm doch die begehrte Belohnung direkt
vor der Nase.
Bestätigen Sie Ihren Hund freudig und häufig, das erhält seine Motivation!
Und,
ganz ehrlich, Hundehalter, deren Hund weder von sich aus gerne im Parcours
läuft, noch Futter- oder Beutetrieb hat oder entwickelt, sollte sich überlegen,
ob Agility wirklich das Richtige für seinen Hund ist…
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